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FührerSchulstadt Ottweiler

Die Schulstadt Ottweiler

Wann in unserer Region zum ersten Mal Schulunterricht stattgefunden hat, ist nicht sicher. Wir dürfen annehmen, daß mit der Ausbreitung der römischen Kultur an Mosel und Saar römische Unterrichtsformen hier praktiziert wurden. In den Jahrhunderten der Völkerwanderung ist wohl jegliches Schulwesen erloschen. Erst mit den Klostergründungen sind zaghafte Anfänge eines klösterlichen Schulbetriebs wieder denkbar. Ob andere Schulen in den relativ kleinen Orten bis zur Reformationszeit existierten, bleibt Spekulation. Erst die Einführung der Reformation im saarländischen Raum läßt die regionale Schulgeschichte greifbarer werden. Die Stadt und Grafschaft Ottweiler bildet ein prägnantes Beispiel.

Graf Albrecht, der 1574 in seiner Grafschaft Ottweiler die Reformation eingeführt hatte, hob das nahe bei Ottweiler gelegene Nonnenkloster Neumünster auf und richtete darin eine Schule ein, die er aus den Einkünften des ehemaligen Klosters unterhielt. Nur der Dreißigjährige Krieg hat die Kontinuität des Ottweiler Schulbetriebs zeitweilig gestört. Um 1700 besteht ein eigenes Schulhaus mit Lehrerwohnung in der Stadt, das heute noch existiert. 1820 besaß die Stadt drei Schulhäuser, Eckenstraße 3, Goethestraße 17 und Alte Kirchhofstraße 5, mit je einer Klasse, die verkauft wurden, um ein neues Schulhaus zu bauen, das vier Klassen aufnehmen sollte - die Klassen hatten jeweils über hundert Schüler.

Das starke Bevölkerungswachstum im 19. Jahrhundert zwang die Stadt, ständig weiteren Schulraum zu schaffen.

Einen neuen schulgeschichtlichen Akzent erhielt Ottweiler am 16. Juni 1874, als auf Anordnung der preußischen Regierung ein evangelisches Lehrerseminar seinen Betrieb aufnahm. Die zwanzig ersten Seminaristen wurden in einem angemieteten Privathaus unterrichtet, während auf dem "Holzberg" ein neues Seminargebäude im Bau war. 1922 wurde das Lehrerseminar in ein Aufbaugymnasium mit der Bezeichnung "Landesstudienanstalt" umgewandelt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg erhielten anderthalb Jahrzehnte lang wieder Lehrer und Lehrerinnen in Ottweiler ihre Ausbildung, heute residiert auf dem "Holzberg" ein Gymnasium.

 

Abbildung 2: Schule der Tiere

Die Darstellung einer kindertümlichen "Hasenschule" ist seit dem 19. Jahrhundert belegt. Der Maler Fritz Koch-Gotha brachte im Jahre 1923 das Bilderbuch "Die Häschenschule" heraus, das bis heute viele Neuauflagen erlebt hat. Dieser Erfolg mag Anlaß gewesen sein, daß der Gegenstand "Schule der Tiere" in einer Reihe von Varianten als Bilderbuch, Kindererzählung und Spielzeug immer wieder seine Liebhaber gefunden hat.