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November 2019

Schulmuseum Ottweiler - Grimms Märchen mit Videoclip und Powerpoint ergänzt

Wie es gelingen kann, Kinder und Erwachsene im Jahre 2019 für Märchen und Sagen zu interessieren, das hat Eberhard Michael Iba im Saarländischen Schulmuseum gezeigt.

Zunächst stimmte der Autor im historischen Klassensaal des Saarländischen Schulmuseums (Ottweiler) mit einem zeitgenössischen Videoclip auf die deutsche Märchenstraße ein, der in der Art der vierziger und fünfziger Jahre des letzten Jahrhunderts eingerichtet ist. Die touristisch entwickelte Straße führt vom hessischen Hanau bis ins norddeutsche Bremen. Der Bilderreigen am Laptop war musikalisch unterlegt und traf das Interesse der Besucher. Passenderweise hatte Eberhard Michael Iba zuvor jedem einen bunten Streckenplan der Märchenstraße ausgehändigt, so dass der Streckenverlauf einfach nachvollzogen werden konnte und ein bleibender Eindruck nicht ausblieb.

Schließlich trug er die beiden Märchen "König Drosselbart" und "Der goldene Vogel" aus der Sammlung der Brüder Grimm auf gekonnte Weise vor, aber dies nicht ohne auf den Werdegang der Brüder Grimm einzugehen, Fragen zu stellen und in den Dialog mit den Besuchern zu treten. Brüder Grimm nannten sich die Sprachwissenschaftler und Volkskundler Jacob Grimm (1785-1863) und Wilhelm Grimm (1786-1859) im Zusammenhang mit gemeinsamen Veröffentlichungen, wie zum Beispiel der ihrer weltberühmten Kinder- und Hausmärchen und dem Deutschen Wörterbuch, das sie begannen. Die Brüder gelten unter anderem als "Gründungsväter" der Germanistik. Ebenfalls verbreitet ist die Bezeichnung Gebrüder Grimm. Unter der Bezeichnung als Gebrüder haben sie selbst jedoch nie publiziert. Mit einer weiteren Bilderfolge von der Märchenstraße in Form einer Powerpoint Präsentation klang die zweistündige Veranstaltung aus. Ralf Hoffmann dankte im Namen des Saarländischen Schulmuseums dem Märchenexperten und den Gästen für den Besuch sowie der Sparkasse Neunkirchen für die Übernahme des Sponsorings für die alljährliche Vortragsreihe im Schulmuseum.

Klaus Toedter, der seit Jahren ehrenamtlich im Schulmuseum Klassen und Gruppen führt und die Bildungsarbeit des anerkannten außerschulischen Lernortes unterstützt, meinte nach der Veranstaltung: "Ich freue mich darüber, dass die Veranstaltung so gut besucht war und auch darüber, dass es gelang, auch für uns Erwachsene wieder einen Zugang zu der Märchenwelt zu ermöglichen."

Eberhard Michael Iba: Der Märchenexperte Eberhard Michael Iba wurde in dem nordhessischen Dorf Obermeiser bei Hofgeismar geboren. In Hofgeismar verbrachte er seine Kinder- und Jugendjahre. Von 1969 bis 1975 studierte er Anglistik und Romanistik an den Universitäten Marburg, Poitiers (Frankreich), Exeter (Großbritannien), Bordeaux (Frankreich) und Trier; dort absolvierte er zusätzlich ein Grundstudium der Germanistik mit dem Schwerpunkt Deutsch als Fremdsprache. Von 1976 bis 1994 unterrichtete Iba in Bremerhaven und arbeitete von 1994 bis 2003 im Auslandsschuldienst an der Ecole Européenne in Luxemburg. Vom Schuljahr 2003/4 an bis im August 2012 war er am Albert-Einstein-Gymnasium von Völklingen als Fremdsprachenlehrer tätig. Er wohnt in Saarbrücken. Schon als Student begann er mit dem Sammeln von literarischen Quellen und baute sich im Laufe der Jahre ein umfangreiches privates Sagen- und Märchenarchiv auf.

 

Text und Foto: Ralf Hoffmann

 

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